Das Megawelle Journal - Inselmagazin für Teneriffa, La Gomera, La Palma, Gran Canaria und El Hierro
DIE CESTOS Y BOLLOS DER HEILIGEN BARBARA - EIN GANZ SPEZIELLES VOLKSFEST
August 06:
Bei den „Cestos y bollos„ finden mehrere Bräuche zusammen, die vorher getrennt gefeiert wurden: Die „Cestos„, das sind Körbe, werden wie zum Erntedank mit Früchten derart geschmückt, daß man die Körbe nicht mehr sieht. In einem Umzug mit Trachten und Musik werden sie von den Männern des Dorfes zur Kirche der heiligen Barbara getragen und dort an einem eigens jedes Jahr gefertigten Vordach vor dem Portal aufgehängt. Das ganze Dorf beteiligt sich mit viel Freude an den Vorbereitungen, und wie es scheint, fallen die Körbe, die Don Antonio Díaz vor etwa hundert Jahren erfand, jedes Jahr prächtiger aus. Die Körbe wiegen um die 40 kg, manche erreichen auch 80 kg. Vor 40 Jahren kamen dann mit Obst oder Körnern geschmückte Figuren dazu, wie Schiffe oder Herzen.
Die „Bollos„ hingegen sind ganz Frauensache: Ein Brotteig wird in verschiedenen Formen gebacken und später mit bunten Bändern, Papierblumen und kleinen Figuren, die auf Strohhalme gesteckt wurden, verziert. Diese Figuren haben ihren Ursprung bei den Nonnen der Klöster in Garachico, die sie liebevoll aus „alfeñique„, einer Zuckermasse formten. Später übernahmen die Nonnen in La Laguna diese Aufgabe und formten vor allem Tierfiguren, Katzen, Vögel, Schmetterlinge, sowie Blumen. Oft verlief der Zucker in der Hitze, doch heute hat man eine haltbarere Mischung gefunden. 70 - 100 Figuren zieren den „Bollo„, den die unverheirateten jungen Frauen auf dem Kopf bis zur Kirche tragen. Heute sind es 12 Bollos, jeder ein Buchstabe für „Santa Barbara„, und folglich auch „12 señoritas„. Jeder Bollo ist mit mindestens 100 bunten Bändern geschmückt, aber auch bis zu 190 wurden schon gezählt.
Heutzutage wird der große Umzug, der in Icod de los Vinos beginnt und einige Kilometer bis zur Kirche von Santa Barbara geht, in kanarischen Trachten begangen. Aber auch das begann erst 1979. Vorher trug man einfach die schönsten Kleider, die man aufbieten konnte. Und es gab auch noch keine Folkloregruppen zur Musikbegleitung, sondern ein Mädchen ging mit einem Akkordeon voran. Heute ist der Umzug viel bunter geworden - nicht nur durch die Trachten, Musik- und Tanzgruppen, sondern auch durch ein Detail, das man bei anderen Fiestas abgeguckt hat: an Stöcken werden Zweige oder ebenfalls bunte Bänder befestigt, die dann wie Fahnen geschwungen werden. Dazu knallen ständig die unvermeidlichen kanarischen Böller, die früher auch selten waren, aber nur, weil man kein Geld dafür hatte.Am Portal der Kirche angekommen, werden die Bollos unter den Cestos am Laubdach aufgehängt, dann wird die Messe gelesen und es folgt ein typisch kanarisches Volksfest mit „Verbena„, d.h. Tanz auf der Straße, Wein und einem nächtlichen Feuerwerk.
Wer also die sommerliche Romería-Saison verpaßt oder von Fiestas noch immer nicht genug hat, der kann Ende August in Santa Barbara weiterfeiern, bei einem Fest, daß es so nur hier gibt. Ach ja - und bei der Demontage der Cestos und Bollos in der Woche danach kann man einen Obsttag einlegen oder sich an Zuckerfigürchen gütlich tun. Was heute kaum jemanden begeistert - früher war es das Fest nach dem Fest.
Bei den „Cestos y bollos„ finden mehrere Bräuche zusammen, die vorher getrennt gefeiert wurden: Die „Cestos„, das sind Körbe, werden wie zum Erntedank mit Früchten derart geschmückt, daß man die Körbe nicht mehr sieht. In einem Umzug mit Trachten und Musik werden sie von den Männern des Dorfes zur Kirche der heiligen Barbara getragen und dort an einem eigens jedes Jahr gefertigten Vordach vor dem Portal aufgehängt. Das ganze Dorf beteiligt sich mit viel Freude an den Vorbereitungen, und wie es scheint, fallen die Körbe, die Don Antonio Díaz vor etwa hundert Jahren erfand, jedes Jahr prächtiger aus. Die Körbe wiegen um die 40 kg, manche erreichen auch 80 kg. Vor 40 Jahren kamen dann mit Obst oder Körnern geschmückte Figuren dazu, wie Schiffe oder Herzen.
Die „Bollos„ hingegen sind ganz Frauensache: Ein Brotteig wird in verschiedenen Formen gebacken und später mit bunten Bändern, Papierblumen und kleinen Figuren, die auf Strohhalme gesteckt wurden, verziert. Diese Figuren haben ihren Ursprung bei den Nonnen der Klöster in Garachico, die sie liebevoll aus „alfeñique„, einer Zuckermasse formten. Später übernahmen die Nonnen in La Laguna diese Aufgabe und formten vor allem Tierfiguren, Katzen, Vögel, Schmetterlinge, sowie Blumen. Oft verlief der Zucker in der Hitze, doch heute hat man eine haltbarere Mischung gefunden. 70 - 100 Figuren zieren den „Bollo„, den die unverheirateten jungen Frauen auf dem Kopf bis zur Kirche tragen. Heute sind es 12 Bollos, jeder ein Buchstabe für „Santa Barbara„, und folglich auch „12 señoritas„. Jeder Bollo ist mit mindestens 100 bunten Bändern geschmückt, aber auch bis zu 190 wurden schon gezählt.
Heutzutage wird der große Umzug, der in Icod de los Vinos beginnt und einige Kilometer bis zur Kirche von Santa Barbara geht, in kanarischen Trachten begangen. Aber auch das begann erst 1979. Vorher trug man einfach die schönsten Kleider, die man aufbieten konnte. Und es gab auch noch keine Folkloregruppen zur Musikbegleitung, sondern ein Mädchen ging mit einem Akkordeon voran. Heute ist der Umzug viel bunter geworden - nicht nur durch die Trachten, Musik- und Tanzgruppen, sondern auch durch ein Detail, das man bei anderen Fiestas abgeguckt hat: an Stöcken werden Zweige oder ebenfalls bunte Bänder befestigt, die dann wie Fahnen geschwungen werden. Dazu knallen ständig die unvermeidlichen kanarischen Böller, die früher auch selten waren, aber nur, weil man kein Geld dafür hatte.Am Portal der Kirche angekommen, werden die Bollos unter den Cestos am Laubdach aufgehängt, dann wird die Messe gelesen und es folgt ein typisch kanarisches Volksfest mit „Verbena„, d.h. Tanz auf der Straße, Wein und einem nächtlichen Feuerwerk.
Wer also die sommerliche Romería-Saison verpaßt oder von Fiestas noch immer nicht genug hat, der kann Ende August in Santa Barbara weiterfeiern, bei einem Fest, daß es so nur hier gibt. Ach ja - und bei der Demontage der Cestos und Bollos in der Woche danach kann man einen Obsttag einlegen oder sich an Zuckerfigürchen gütlich tun. Was heute kaum jemanden begeistert - früher war es das Fest nach dem Fest.








