Das Megawelle Journal - Inselmagazin für Teneriffa, La Gomera, La Palma, Gran Canaria und El Hierro
Große Bühne für das Musiktheater - Das 36. Opernfestival auf Teneriffa
Sept. 06:
Nicht so auf Teneriffa: Opernfans fiebern schon jetzt danach zu erfahren, welche Werke im Herbstfestival live zu erleben sein werden. Wir wissen es bereits: Vier Opern, weltbekannt, aber auch Seltenheiten, Unbekanntes und kaum Aufgeführtes von Komponisten mit großem Namen wie Verdi, Puccini, Rossini und Rachmaninow kommen auf die Auditoriumsbühne.
Die Oper hat bis heute nichts an Anziehungskraft und Faszination für das Inselpublikum verloren, noch dazu da das Cabildo von Teneriffa, die „Asociación Tinerfeña de Amigos de la Ópera“ (ATAO) und viele Sponsoren mit neuen Ideen und Kreationen sowie mit erheblichen Mitteln die Operntradition fördern. Und das wichtigste: sie wählen Werke aus, die neugierig machen und engagieren dazu eine exzellente Künstlerschar. Die Begeisterung des hiesigen Publikums wünschte sich so manches traditionelle Opernhaus in Europa.
Opern werden hier nicht verfremdet, krampfhaft und entstellend „in die Gegenwart transponiert“, sondern man bemüht sich, den Geist der Schöpfer von Wort und Ton zu erhalten, werkgetreu zu bleiben, so daß sich das Publikum nach Öffnen des Vorhanges mit dem Geschehen auf der Bühne identifizieren kann. Der ganzen menschlichen Gefühlsskala von Liebe, Tragik, Mystik, Freude, Komik wird gebührend Raum gegeben.
In diesem Festival haben sich die Veranstalter fast Vergessenem und Verschollenem besonders gewidmet. „Am Anfang war das Wort“: So beginnt auch die Entstehung einer Oper. Ein packender Text, ein kundiger, geschickter Librettist, und ein der Oper verfallener Komponist wird inspiriert. Seine Musik formt sich zur Ouvertüre, zum Text der Arien, den Chören und Gesangsensembles, wird mit orchestraler Untermalung zum künstlerischen Gesamtergebnis. Der heutige Opernbesucher wünscht sich eine lebensnahe Handlung, dargestellt mit harmonischen Klängen und einprägsamen Melodien. Und er möchte auch Spaß haben, lachen können über komische Situationen und Verwicklungen und sich dabei entspannen.
Am 26., 28. und 30. September, 20:30 Uhr beginnt im Symphoniesaal des Auditoriums das Festival mit dem Operndrama „La Traviata“ von Giuseppe Verdi. Textgrundlage ist der Sittenroman „Die Kameliendame“ von Alexandre Dumas. „La Traviata“, bedeutet eigentlich die Verirrte, in ihrem Lebensstil Anrüchige. Sie ist eine Konkubine. Dumas war selbst einer Lebedame verfallen, daher ist sein Stoff so überzeugend.
Giuseppe Verdi, 1813 geboren (im gleichen Jahr wie Richard Wagner), bevorzugte eigentlich mehr freiheitsbezogene, patriotische Themen. Am politischen Leben Italiens (Risorgimento) nahm er lebhaft Anteil. Doch für „La Traviata“ brach er völlig mit den Traditionen der italienischen „Opera seria“. Sein Stil wandte sich dem „Verismo“ zu. Der alte pompöse Opernstil war passé, kühn ging er in seinem über 80 jährigen Leben stilistisch darüber hinaus und wurde so zum Vertreter der italienischen Romantik. Er entschlackte die Oper, die Personen wurden lebensnaher, spielten im „modernen Gesellschaftskleid“. Damals bedeutete es das Äußerste an realistischer Interpretation. Das führte zum Durchfallen der Uraufführung in Venedig im Jahre 1853. Auf Druck der Sänger wurde die Handlung auf das Jahr 1700 vorverlegt, die Akteure wollten keine Personen der Gegenwart darstellen. 1854 überarbeitet, wurde die Oper dann doch zum Riesenerfolg, weltweit bis heute.
Die Hauptfiguren: Violetta, dem Sinnengenuß ergeben, aber schon von schwerer Krankheit gezeichnet, gibt sich voll dem rauschenden Leben und Alfred hin, der sie liebt. Sie schenkt ihm eine Kamelienblüte und versichert damit, daß auch sie ihm in Liebe verfallen ist. Sie ahnt ihren Tod und verschwendet alles Geld für glückliche Tage mit Alfred. Doch der Vater Alfreds, Gernot, fordert Verzicht auf die Verbindung. Das steht moralisch der Hochzeit seiner Tochter im Wege. Opfer, Trennung, Sehnsucht, Verzeihen, Abschied. Ein kurzes Aufflammen der Leidenschaft zwischen Violetta und Alfred – dann Tod in seinen Armen. Die Charaktere sind zart gezeichnet, Chor und Orchester mit sparsamen, zurückhaltenden Mitteln eingesetzt, entsprechend der tragisch resignierenden Leidenschaft. Dirigent im Auditorium wird Maurizio Barbini sein. Die Regie liegt in den Händen von Christina Comencini. Premiere hat auch der neu gegründete Opernchor unter Leitung von Carmen Cruz Simó, der zum festen Bestandteil des Symphonieorchester Teneriffa werden soll. Dazu namhafte Sänger der Opernszene.
Am 19. und 21. Oktober dirigiert Victor Pablo Pérez das OST. Nach einer sehr erfolgreichen Verbindung mit seinem Orchester, übernimmt er nach 20 Jahren neue Aufgaben beim „Galician Symphonie Orchestra“. Doch wirkt er in der nächsten Saison weiter als Gastdirigent. Der neu verpflichtete Dirigent des Orchesters ist der Chinese Lü Jia, kommt aus Shanghai und wird seine gepriesenen Opernerfahrungen und Welterfolge sicher erst in der nächsten Saison zum brillieren bringen. Auf dem Programm steht an diesem Abend die Oper in 2 Akten „El Conde Ory” von Gioacchino Rossini. Es wird eine Produktion des „Pesaro Rossini Festivals“ zu erleben sein, nach einer Idee des Regisseurs Lluis Pascual. Diese Oper, lange vergessen, kommt bei den Italienern wieder groß in Mode und wird begeistert umjubelt. Die Musik, so wird von der Fachwelt behauptet, gehört zum Besten aus Rossinis Feder, also ein musikalisches Sahnestück? Urteilen wir selbst. Die Musik ist zum großen Teil der Oper „Viaggio a Reims“ entnommen (Rossini bediente sich gern schon vorhandener Ideen), auf die man sich ebenfalls wieder besonnen hat, aber zu ihrer Zeit wenig Anklang fand.
Was ereignet sich? Ein lüsterner Graf verkleidet sich zunächst als Eremit, um der angehimmelten Gräfin Formouthiers näher zu kommen. Da dies scheitert, versucht er es nochmals in den Gewändern einer Pilgerin. Wieder erfolglos. Eine Verführungs- und Verkleidungsstory, eigentlich banal. Aber sie gefällt, man kann sich amüsieren und Spaß haben. Gut in Szene gesetzt, ist sie unproblematisch unterhaltend. Aber wie gesagt: die Musik ist verführerisch, sonst hätte man den Zweiakter nicht auf CD geschnitten.
Rossini (1792-1868) schrieb unter dem Eindruck Haydns, Mozarts und Cimarosas und hatte einen eminenten Sinn dafür, Komik und verrückte Charaktere musikalisch darzustellen. Auch er veränderte und intensivierte die Gestaltungsmittel der Opernliteratur. Das Orchester wurde reicher an Nuancen, die Ensembles spritziger, Arien besser gegliedert, waren aber noch im traditionellen „Opera buffo“-Stil zuhause.
Im November, am 19. und 21. kommt dann für Opernfreunde sicher Unbekanntes auf die Bühne. Ein Abend, an dem zwei gegensätzliche Einakter mit einander gekoppelt werden. Zunächst „Gianni Schicchi“ von Giacomo Puccini, seine Uraufführung war 1918 in New York. Gianni Schicchi spielt in Florenz, der Wiege der Renaissance, der Stadt Dantes. Nach seiner „Göttlichen Komödie“ entsteht diese Geschichte um das gewitzte Schlitzohr Schicchi als musikalische Komödie, mit allen bühnenwirksamen Mitteln von Puccini ausgestattet. Es geht um die Habgier der Familie eines Verstorbenen. Die Erben lamentieren am Totenbett, erhoffen reiche Erbschaft. Doch der Tote hat alles der Kirche zugedacht. Was jetzt folgt ist Bestechung: Der listige Schicchi wird zum Scheintoten mit der Abfassung eines neuen, günstigeren Testaments für die Erben auserkoren, bei dem er sich natürlich den größten Batzen unter Verschwiegenheit sichert. Eingängliche Arien sind „O mio babbino caro“ und „In testala cappelina”. Man wird sich köstlich amüsieren können.Der zweite Einakter wurde von Sergej Rachmaninow (1873-1943) komponiert. Dieser russische Komponist, aufgrund politischer Verfolgung nach Amerika ausgewandert, ist eigentlich mehr als virtuoser Pianist und Komponist von Orchester und Kammermusik bekannt. Und doch: Er schrieb drei Kurzopern, Oper, Reizobjekt jedes Komponisten. Dazu gehören „Aleko“, „Francesca Rimini“ und der „Geizige Ritter“. Die Inspiration kam von Alexander Puschkin. Modest Tschaikowsky, Bruder von Iljitsch, war ein begabter Dramaturg, schuf das Libretto. Ob nun „Miserly Night”, „Der Geizige Ritter” oder „El Caballero Avaro“, sie sind im Inhalt identisch. Immer wieder geht es um Geld, Geld und nochmals Geld. Ein heruntergekommener Sohn fleht seinen Vater um Hilfe an. Dieser verweigert. Der Sohn sucht nach anderen Mitteln, ohne Erfolg. Verwicklungen, Diebstahl- und Mordbezichtigung führen zum Duell zwischen Vater und Sohn. Ende: Der Vater bricht zuvor tot zusammen, mit Herzinfarkt, wie wir es heute analysieren würden. Rachmaninow konnte als Leiter des Bolschoi-Theaters seinen „Caballero Avaro“ zur Uraufführung bringen. Auf Teneriffa dirigiert Timothy Redmond und für die Produktion zeichnet Annabel Arden.
Die Jugend erlebt als Novum den „Superbarbier“, der den Zyklus beschließt. Eine Buffo-Oper, eigentlich für Erwachsene von Rossini konzipiert. Wir erlebten sie in der vergangenen Saison. Doch der Handlungsablauf ist so originell und grotesk, daß Jugendliche ihren Spaß haben werden. Dazu eine berauschende klassische Musik mit der sie vertraut gemacht werden. Große Bühne, großer Festsaal, und Darsteller von großem Format. Eltern mit Kindern, Jugendliche, laßt euch das nicht entgehen! Insgesamt ein ambitioniertes Opervorhaben auf einer Insel, die ein so breit gefächertes Spektrum kaum vermuten läßt. Die Karten sind bereits zu ordern - tauchen Sie ein in die phantastische Welt der Opernbühne.
Nicht so auf Teneriffa: Opernfans fiebern schon jetzt danach zu erfahren, welche Werke im Herbstfestival live zu erleben sein werden. Wir wissen es bereits: Vier Opern, weltbekannt, aber auch Seltenheiten, Unbekanntes und kaum Aufgeführtes von Komponisten mit großem Namen wie Verdi, Puccini, Rossini und Rachmaninow kommen auf die Auditoriumsbühne.
Die Oper hat bis heute nichts an Anziehungskraft und Faszination für das Inselpublikum verloren, noch dazu da das Cabildo von Teneriffa, die „Asociación Tinerfeña de Amigos de la Ópera“ (ATAO) und viele Sponsoren mit neuen Ideen und Kreationen sowie mit erheblichen Mitteln die Operntradition fördern. Und das wichtigste: sie wählen Werke aus, die neugierig machen und engagieren dazu eine exzellente Künstlerschar. Die Begeisterung des hiesigen Publikums wünschte sich so manches traditionelle Opernhaus in Europa.
Opern werden hier nicht verfremdet, krampfhaft und entstellend „in die Gegenwart transponiert“, sondern man bemüht sich, den Geist der Schöpfer von Wort und Ton zu erhalten, werkgetreu zu bleiben, so daß sich das Publikum nach Öffnen des Vorhanges mit dem Geschehen auf der Bühne identifizieren kann. Der ganzen menschlichen Gefühlsskala von Liebe, Tragik, Mystik, Freude, Komik wird gebührend Raum gegeben.
In diesem Festival haben sich die Veranstalter fast Vergessenem und Verschollenem besonders gewidmet. „Am Anfang war das Wort“: So beginnt auch die Entstehung einer Oper. Ein packender Text, ein kundiger, geschickter Librettist, und ein der Oper verfallener Komponist wird inspiriert. Seine Musik formt sich zur Ouvertüre, zum Text der Arien, den Chören und Gesangsensembles, wird mit orchestraler Untermalung zum künstlerischen Gesamtergebnis. Der heutige Opernbesucher wünscht sich eine lebensnahe Handlung, dargestellt mit harmonischen Klängen und einprägsamen Melodien. Und er möchte auch Spaß haben, lachen können über komische Situationen und Verwicklungen und sich dabei entspannen.
Am 26., 28. und 30. September, 20:30 Uhr beginnt im Symphoniesaal des Auditoriums das Festival mit dem Operndrama „La Traviata“ von Giuseppe Verdi. Textgrundlage ist der Sittenroman „Die Kameliendame“ von Alexandre Dumas. „La Traviata“, bedeutet eigentlich die Verirrte, in ihrem Lebensstil Anrüchige. Sie ist eine Konkubine. Dumas war selbst einer Lebedame verfallen, daher ist sein Stoff so überzeugend.
Giuseppe Verdi, 1813 geboren (im gleichen Jahr wie Richard Wagner), bevorzugte eigentlich mehr freiheitsbezogene, patriotische Themen. Am politischen Leben Italiens (Risorgimento) nahm er lebhaft Anteil. Doch für „La Traviata“ brach er völlig mit den Traditionen der italienischen „Opera seria“. Sein Stil wandte sich dem „Verismo“ zu. Der alte pompöse Opernstil war passé, kühn ging er in seinem über 80 jährigen Leben stilistisch darüber hinaus und wurde so zum Vertreter der italienischen Romantik. Er entschlackte die Oper, die Personen wurden lebensnaher, spielten im „modernen Gesellschaftskleid“. Damals bedeutete es das Äußerste an realistischer Interpretation. Das führte zum Durchfallen der Uraufführung in Venedig im Jahre 1853. Auf Druck der Sänger wurde die Handlung auf das Jahr 1700 vorverlegt, die Akteure wollten keine Personen der Gegenwart darstellen. 1854 überarbeitet, wurde die Oper dann doch zum Riesenerfolg, weltweit bis heute.
Die Hauptfiguren: Violetta, dem Sinnengenuß ergeben, aber schon von schwerer Krankheit gezeichnet, gibt sich voll dem rauschenden Leben und Alfred hin, der sie liebt. Sie schenkt ihm eine Kamelienblüte und versichert damit, daß auch sie ihm in Liebe verfallen ist. Sie ahnt ihren Tod und verschwendet alles Geld für glückliche Tage mit Alfred. Doch der Vater Alfreds, Gernot, fordert Verzicht auf die Verbindung. Das steht moralisch der Hochzeit seiner Tochter im Wege. Opfer, Trennung, Sehnsucht, Verzeihen, Abschied. Ein kurzes Aufflammen der Leidenschaft zwischen Violetta und Alfred – dann Tod in seinen Armen. Die Charaktere sind zart gezeichnet, Chor und Orchester mit sparsamen, zurückhaltenden Mitteln eingesetzt, entsprechend der tragisch resignierenden Leidenschaft. Dirigent im Auditorium wird Maurizio Barbini sein. Die Regie liegt in den Händen von Christina Comencini. Premiere hat auch der neu gegründete Opernchor unter Leitung von Carmen Cruz Simó, der zum festen Bestandteil des Symphonieorchester Teneriffa werden soll. Dazu namhafte Sänger der Opernszene.
Am 19. und 21. Oktober dirigiert Victor Pablo Pérez das OST. Nach einer sehr erfolgreichen Verbindung mit seinem Orchester, übernimmt er nach 20 Jahren neue Aufgaben beim „Galician Symphonie Orchestra“. Doch wirkt er in der nächsten Saison weiter als Gastdirigent. Der neu verpflichtete Dirigent des Orchesters ist der Chinese Lü Jia, kommt aus Shanghai und wird seine gepriesenen Opernerfahrungen und Welterfolge sicher erst in der nächsten Saison zum brillieren bringen. Auf dem Programm steht an diesem Abend die Oper in 2 Akten „El Conde Ory” von Gioacchino Rossini. Es wird eine Produktion des „Pesaro Rossini Festivals“ zu erleben sein, nach einer Idee des Regisseurs Lluis Pascual. Diese Oper, lange vergessen, kommt bei den Italienern wieder groß in Mode und wird begeistert umjubelt. Die Musik, so wird von der Fachwelt behauptet, gehört zum Besten aus Rossinis Feder, also ein musikalisches Sahnestück? Urteilen wir selbst. Die Musik ist zum großen Teil der Oper „Viaggio a Reims“ entnommen (Rossini bediente sich gern schon vorhandener Ideen), auf die man sich ebenfalls wieder besonnen hat, aber zu ihrer Zeit wenig Anklang fand.
Was ereignet sich? Ein lüsterner Graf verkleidet sich zunächst als Eremit, um der angehimmelten Gräfin Formouthiers näher zu kommen. Da dies scheitert, versucht er es nochmals in den Gewändern einer Pilgerin. Wieder erfolglos. Eine Verführungs- und Verkleidungsstory, eigentlich banal. Aber sie gefällt, man kann sich amüsieren und Spaß haben. Gut in Szene gesetzt, ist sie unproblematisch unterhaltend. Aber wie gesagt: die Musik ist verführerisch, sonst hätte man den Zweiakter nicht auf CD geschnitten.
Rossini (1792-1868) schrieb unter dem Eindruck Haydns, Mozarts und Cimarosas und hatte einen eminenten Sinn dafür, Komik und verrückte Charaktere musikalisch darzustellen. Auch er veränderte und intensivierte die Gestaltungsmittel der Opernliteratur. Das Orchester wurde reicher an Nuancen, die Ensembles spritziger, Arien besser gegliedert, waren aber noch im traditionellen „Opera buffo“-Stil zuhause.
Im November, am 19. und 21. kommt dann für Opernfreunde sicher Unbekanntes auf die Bühne. Ein Abend, an dem zwei gegensätzliche Einakter mit einander gekoppelt werden. Zunächst „Gianni Schicchi“ von Giacomo Puccini, seine Uraufführung war 1918 in New York. Gianni Schicchi spielt in Florenz, der Wiege der Renaissance, der Stadt Dantes. Nach seiner „Göttlichen Komödie“ entsteht diese Geschichte um das gewitzte Schlitzohr Schicchi als musikalische Komödie, mit allen bühnenwirksamen Mitteln von Puccini ausgestattet. Es geht um die Habgier der Familie eines Verstorbenen. Die Erben lamentieren am Totenbett, erhoffen reiche Erbschaft. Doch der Tote hat alles der Kirche zugedacht. Was jetzt folgt ist Bestechung: Der listige Schicchi wird zum Scheintoten mit der Abfassung eines neuen, günstigeren Testaments für die Erben auserkoren, bei dem er sich natürlich den größten Batzen unter Verschwiegenheit sichert. Eingängliche Arien sind „O mio babbino caro“ und „In testala cappelina”. Man wird sich köstlich amüsieren können.Der zweite Einakter wurde von Sergej Rachmaninow (1873-1943) komponiert. Dieser russische Komponist, aufgrund politischer Verfolgung nach Amerika ausgewandert, ist eigentlich mehr als virtuoser Pianist und Komponist von Orchester und Kammermusik bekannt. Und doch: Er schrieb drei Kurzopern, Oper, Reizobjekt jedes Komponisten. Dazu gehören „Aleko“, „Francesca Rimini“ und der „Geizige Ritter“. Die Inspiration kam von Alexander Puschkin. Modest Tschaikowsky, Bruder von Iljitsch, war ein begabter Dramaturg, schuf das Libretto. Ob nun „Miserly Night”, „Der Geizige Ritter” oder „El Caballero Avaro“, sie sind im Inhalt identisch. Immer wieder geht es um Geld, Geld und nochmals Geld. Ein heruntergekommener Sohn fleht seinen Vater um Hilfe an. Dieser verweigert. Der Sohn sucht nach anderen Mitteln, ohne Erfolg. Verwicklungen, Diebstahl- und Mordbezichtigung führen zum Duell zwischen Vater und Sohn. Ende: Der Vater bricht zuvor tot zusammen, mit Herzinfarkt, wie wir es heute analysieren würden. Rachmaninow konnte als Leiter des Bolschoi-Theaters seinen „Caballero Avaro“ zur Uraufführung bringen. Auf Teneriffa dirigiert Timothy Redmond und für die Produktion zeichnet Annabel Arden.
Die Jugend erlebt als Novum den „Superbarbier“, der den Zyklus beschließt. Eine Buffo-Oper, eigentlich für Erwachsene von Rossini konzipiert. Wir erlebten sie in der vergangenen Saison. Doch der Handlungsablauf ist so originell und grotesk, daß Jugendliche ihren Spaß haben werden. Dazu eine berauschende klassische Musik mit der sie vertraut gemacht werden. Große Bühne, großer Festsaal, und Darsteller von großem Format. Eltern mit Kindern, Jugendliche, laßt euch das nicht entgehen! Insgesamt ein ambitioniertes Opervorhaben auf einer Insel, die ein so breit gefächertes Spektrum kaum vermuten läßt. Die Karten sind bereits zu ordern - tauchen Sie ein in die phantastische Welt der Opernbühne.








