Das Megawelle Journal - Inselmagazin für Teneriffa, La Gomera, La Palma, Gran Canaria und El Hierro
Besuchen Sie Picassos Geburtsstadt! - Ein Wochenende in Málaga
Oktober 06:
Wenn Ihnen die Insel einmal zu eng wird, und Sie Lust auf etwas Abwechslung verspüren, dann lohnt sich ein Abstecher in die Hauptstadt Andalusiens. Nur zwei Flugstunden von Teneriffa entfernt, wartet eine Stadt auf Sie, die weitaus mehr zu bieten hat als Strand, Sonne und blauen Himmel.
Málaga ist eine kosmopolitische Metropole, hat sich aber zugleich eine ruhige, gemütliche und einnehmende Atmosphäre bewahren können. Das kommt vor allem daher, daß es die Hauptstadt Andalusiens zu jeder Zeit verstanden hat, der Touristen-Lawine zu widerstehen, die sich eher auf die Badeorte entlang der Küste verteilt. Und so kann sich Málaga als Stadt präsentieren, die noch das typische, ursprüngliche, spanische Leben beherbergt.
Einen großen Beitrag zu Málagas unwiderstehlichem Charme leistet die Kultur dieser Stadt. So haben verschiedenste Zivilisationen hier ihre Spuren hinterlassen. Málagas Gründung geht auf die seefahrenden Phönizier zurück, die die Stadt damals Malaca nannten, eine Bezeichnung für gesalzenen Fisch. Doch letztendlich waren es die Römer, die aus Málaga eine richtige Stadt machten. Dann, im Jahr 711, eroberten die Mauren das Land und erst gute 700 Jahre später reformierten die katholischen Könige die Stadt in eine neue, christliche Ansiedlung. Heute ist Málaga mit einer halben Million Einwohnern eine moderne Großstadt, die viel zu bieten hat und sich auf kulturellem Gebiet hohe Ziele setzt. So hofft die Metropole im Jahr 2016 Europäische Kulturhauptstadt zu werden. Bis dahin gibt es noch alle Hände voll zu tun. Doch zurück in die Gegenwart.
Wohin?Trotz der vielen Museen liegt der Reiz Málagas eher in der südländischen Vitalität der Stadt und weniger in besonderen Sehenswürdigkeiten. Glanzlichter und Pflichtbesuche sind aber auf jeden Fall das Picasso-Museum, die maurische Palastburg Alcazaba und die Kathedrale.
Museo PicassoEs war ein großer Tag für Málaga, als vor genau 3 Jahren das Museum endlich eröffnet wurde. Nach rund einem halben Jahrhundert wurde Picassos Wunsch nach einem eigenen Museum in seiner Geburtsstadt doch noch Wirklichkeit. Das Archiv der Dauerausstellung umfasst insgesamt 204 Werke, die jedoch aufgrund des Umfangs nicht alle zeitgleich gezeigt werden können. Zusätzlich zeigen wechselnde Ausstellungen Leihgaben aus Picassos Familienbesitz. Nicht weit vom Museum entfernt, steht das Haus, indem Picasso am 25. Oktober 1881 geboren wurde. Für nur einen Euro können Sie die privaten Räumlichkeiten des Künstlers erkunden.
AlcazabaDie Alcazaba ist ein Muss für alle Touristen in Málaga. Diese eindrucksvolle Festung, die von den Mauren im 11. Jahrhundert errichtet wurde, ist eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten Málagas und heute aus dem Landschaftsbild kaum noch wegzudenken.
Im Jahr 1931 wurde der Königspalast Alcazaba von der UNESCO zum nationalen Kulturerbe ernannt. Im gleichen Jahr begannen auch die aufwendigen Restaurationsarbeiten des Gemäuers um dieses Stück spanische Geschichte für die Nachwelt zu erhalten.
La CatedralDiese Kirche protzt vor allem durch ihre Größe. Stolze 117 Meter Länge, 72 Meter Breite und sagenhafte 48 Meter Höhe mißt die mächtige Kathedrale. Fertiggestellt ist die Renaissancekirche mit gotischen und barocken Einschlägen bis heute nicht (ein Turm blieb unvollendet) Der Volksmund nennt sie deshalb auch La Manquita, „Die, der etwas fehlt.“ Sehenswert sind besonders die Kapellen, Capilla Mayor und Capilla del Sagrado Corazón und das hervorragend gearbeitete Chorgestühl.
Typisch MálagaDie Einheimischen, die malagueños, strahlen eine ungewohnte große Lebensfreude aus, selbst für jeden Besucher haben sie ein offenes Lächeln übrig. Das ist wohl einer der großen Vorteile, wenn man vom Massentourismus verschont bleibt. Auch die Bars und Restaurants spiegeln die lebendige Lust am Leben wider. Besonders schön sitzt man in den Lokalen an der Strandpromenade. Málagas Spezialität ist einfach, aber köstlich: gegrillter Fisch und frittierte Meeresfrüchte. Im Sommer sind besonders die Sardinen-Spieße ein Renner. Die Chiringuitos sind bis auf den letzten klapprigen Holzstuhl belegt, denn jeder will diese köstlichen Spieße, die auf einem einfachen Grill mit lodernden Flammen geröstet werden, probieren.
Wenn man die „totale Málaganacht“ erleben möchte, sollte man sich ab 22 Uhr in der wunderschönen Altstadt einfinden. In der gemütlichen Fußgängerzone kann man nun von Tapa-Bar zu Tapa-Bar wechseln und anschließend in einer der zahlreichen Copa-Bars, bei einen Gläschen Málagawein und Livemusik den Abend ausklingen lassen. Tanzwütige können in den vielen kleinen Discotheken der Altstadt bis zum Morgengrauen die Hüften schwingen. Eines ist klar: es wird einem schwer fallen, in Málaga auszugehen und sich nicht blendend zu unterhalten.
EinkaufenShoppen ist in dieser Stadt ein Abenteuer, das man sich nicht entgehen lassen sollte – sei es in den Läden der Prunkstrasse „Calle Larios“, in einer der kleinen Seitengassen oder den riesigen Einkaufscentern, die bis zu 125 Geschäfte beherbergen.
Ein sonntagmorgendlicher Besuch des Flohmarkts El Molinillo, gegenüber von Málagas Stadion, wird zum echten Erlebnis. Mehr als 250 Stände bieten von antiken Möbeln, Pflanzen über Secondhandwaren bis zu Plastikohrringen einfach alles an. Am besten ist ein Besuch gegen 14 Uhr, wenn die fliegenden Händler ihre Ware zu Schnäppchenpreisen herauswerfen. Zu den interessantesten Märkten in der Altstadt gehört ohne Zweifel der Mercado de atarazanas. In einer urigen Markthalle finden Sie ein riesiges Angebot an frischen Fisch, Fleisch, Obst und Gemüse.
ÜbernachtenIn der Altstadt gibt es viele preisgünstige Pensionen, die aber auch sehr einfach ausgestattet sind. Etwas luxuriöser fallen die Hotels rund um die Calle Alameda aus. Die Preise für ein Doppelzimmer (von 4 Sterne Hotel bis zur einfachen Pension) schwanken zwischen 50 € und 150 € pro Nacht. Und wer noch einen günstigen Flug sucht: Die Fluggesellschaft Spainair bietet günstige Residenten-Tarife an.
Das UmlandWenn Sie mit dem Auto unterwegs sind (Vorsicht, im Gegensatz zu Teneriffa gibt es hier sehr scharfe Verkehrskontrollen), wird Ihnen außerhalb der Stadt der Bauboom entlang der Küste auffallen. Gebaut wird hier mit erstaunlicher Hemmungslosigkeit. Erschreckend deutlich wird dies besonders im Gebiet südwestlich von Málaga. Trotz der vielen Betonwüsten an Andalusiens Küsten, hat die Provinz Málaga jedoch ein landschaftlich reizvolles Hinterland zu bieten.
Wer mehr als nur ein Wochenendtrip plant, sollte neben dem Bergdorf Ronda, den Kulturhighlights Córdoba und Granada unbedingt einen Besuch der Küstenstadt Nerja planen. Neben herrlichen Badebuchten, kann man hier ein unterirdisches Wunderland entdecken: Die Tropfsteinhöhlen von Nerja. Gegenwärtig ist der erschlossene Weg durch die Höhlen etwa zwei Kilometer lang, weitere vier Kilometer sollen in Zukunft dem Publikum noch zugänglich gemacht werden. Doch schon das, was bis jetzt erschlossen wurde, ist erstaunlich: Es scheint wie eine unterirdische Kathedrale, eine riesige Kleckerburg im abstakten Prunkstil. Jedes Jahr im Sommer werden in dieser bizarren Höhle Konzerte und Ballette aufgeführt.
Also, liebe Leser, es gibt viel zu entdecken an der Costa del Sol! Packen Sie es an!
Von unserer Moderatorin Nicole Reuter, die jetzt in Málaga lebt.
Wenn Ihnen die Insel einmal zu eng wird, und Sie Lust auf etwas Abwechslung verspüren, dann lohnt sich ein Abstecher in die Hauptstadt Andalusiens. Nur zwei Flugstunden von Teneriffa entfernt, wartet eine Stadt auf Sie, die weitaus mehr zu bieten hat als Strand, Sonne und blauen Himmel.
Málaga ist eine kosmopolitische Metropole, hat sich aber zugleich eine ruhige, gemütliche und einnehmende Atmosphäre bewahren können. Das kommt vor allem daher, daß es die Hauptstadt Andalusiens zu jeder Zeit verstanden hat, der Touristen-Lawine zu widerstehen, die sich eher auf die Badeorte entlang der Küste verteilt. Und so kann sich Málaga als Stadt präsentieren, die noch das typische, ursprüngliche, spanische Leben beherbergt.
Einen großen Beitrag zu Málagas unwiderstehlichem Charme leistet die Kultur dieser Stadt. So haben verschiedenste Zivilisationen hier ihre Spuren hinterlassen. Málagas Gründung geht auf die seefahrenden Phönizier zurück, die die Stadt damals Malaca nannten, eine Bezeichnung für gesalzenen Fisch. Doch letztendlich waren es die Römer, die aus Málaga eine richtige Stadt machten. Dann, im Jahr 711, eroberten die Mauren das Land und erst gute 700 Jahre später reformierten die katholischen Könige die Stadt in eine neue, christliche Ansiedlung. Heute ist Málaga mit einer halben Million Einwohnern eine moderne Großstadt, die viel zu bieten hat und sich auf kulturellem Gebiet hohe Ziele setzt. So hofft die Metropole im Jahr 2016 Europäische Kulturhauptstadt zu werden. Bis dahin gibt es noch alle Hände voll zu tun. Doch zurück in die Gegenwart.
Wohin?Trotz der vielen Museen liegt der Reiz Málagas eher in der südländischen Vitalität der Stadt und weniger in besonderen Sehenswürdigkeiten. Glanzlichter und Pflichtbesuche sind aber auf jeden Fall das Picasso-Museum, die maurische Palastburg Alcazaba und die Kathedrale.
Museo PicassoEs war ein großer Tag für Málaga, als vor genau 3 Jahren das Museum endlich eröffnet wurde. Nach rund einem halben Jahrhundert wurde Picassos Wunsch nach einem eigenen Museum in seiner Geburtsstadt doch noch Wirklichkeit. Das Archiv der Dauerausstellung umfasst insgesamt 204 Werke, die jedoch aufgrund des Umfangs nicht alle zeitgleich gezeigt werden können. Zusätzlich zeigen wechselnde Ausstellungen Leihgaben aus Picassos Familienbesitz. Nicht weit vom Museum entfernt, steht das Haus, indem Picasso am 25. Oktober 1881 geboren wurde. Für nur einen Euro können Sie die privaten Räumlichkeiten des Künstlers erkunden.
AlcazabaDie Alcazaba ist ein Muss für alle Touristen in Málaga. Diese eindrucksvolle Festung, die von den Mauren im 11. Jahrhundert errichtet wurde, ist eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten Málagas und heute aus dem Landschaftsbild kaum noch wegzudenken.
Im Jahr 1931 wurde der Königspalast Alcazaba von der UNESCO zum nationalen Kulturerbe ernannt. Im gleichen Jahr begannen auch die aufwendigen Restaurationsarbeiten des Gemäuers um dieses Stück spanische Geschichte für die Nachwelt zu erhalten.
La CatedralDiese Kirche protzt vor allem durch ihre Größe. Stolze 117 Meter Länge, 72 Meter Breite und sagenhafte 48 Meter Höhe mißt die mächtige Kathedrale. Fertiggestellt ist die Renaissancekirche mit gotischen und barocken Einschlägen bis heute nicht (ein Turm blieb unvollendet) Der Volksmund nennt sie deshalb auch La Manquita, „Die, der etwas fehlt.“ Sehenswert sind besonders die Kapellen, Capilla Mayor und Capilla del Sagrado Corazón und das hervorragend gearbeitete Chorgestühl.
Typisch MálagaDie Einheimischen, die malagueños, strahlen eine ungewohnte große Lebensfreude aus, selbst für jeden Besucher haben sie ein offenes Lächeln übrig. Das ist wohl einer der großen Vorteile, wenn man vom Massentourismus verschont bleibt. Auch die Bars und Restaurants spiegeln die lebendige Lust am Leben wider. Besonders schön sitzt man in den Lokalen an der Strandpromenade. Málagas Spezialität ist einfach, aber köstlich: gegrillter Fisch und frittierte Meeresfrüchte. Im Sommer sind besonders die Sardinen-Spieße ein Renner. Die Chiringuitos sind bis auf den letzten klapprigen Holzstuhl belegt, denn jeder will diese köstlichen Spieße, die auf einem einfachen Grill mit lodernden Flammen geröstet werden, probieren.
Wenn man die „totale Málaganacht“ erleben möchte, sollte man sich ab 22 Uhr in der wunderschönen Altstadt einfinden. In der gemütlichen Fußgängerzone kann man nun von Tapa-Bar zu Tapa-Bar wechseln und anschließend in einer der zahlreichen Copa-Bars, bei einen Gläschen Málagawein und Livemusik den Abend ausklingen lassen. Tanzwütige können in den vielen kleinen Discotheken der Altstadt bis zum Morgengrauen die Hüften schwingen. Eines ist klar: es wird einem schwer fallen, in Málaga auszugehen und sich nicht blendend zu unterhalten.
EinkaufenShoppen ist in dieser Stadt ein Abenteuer, das man sich nicht entgehen lassen sollte – sei es in den Läden der Prunkstrasse „Calle Larios“, in einer der kleinen Seitengassen oder den riesigen Einkaufscentern, die bis zu 125 Geschäfte beherbergen.
Ein sonntagmorgendlicher Besuch des Flohmarkts El Molinillo, gegenüber von Málagas Stadion, wird zum echten Erlebnis. Mehr als 250 Stände bieten von antiken Möbeln, Pflanzen über Secondhandwaren bis zu Plastikohrringen einfach alles an. Am besten ist ein Besuch gegen 14 Uhr, wenn die fliegenden Händler ihre Ware zu Schnäppchenpreisen herauswerfen. Zu den interessantesten Märkten in der Altstadt gehört ohne Zweifel der Mercado de atarazanas. In einer urigen Markthalle finden Sie ein riesiges Angebot an frischen Fisch, Fleisch, Obst und Gemüse.
ÜbernachtenIn der Altstadt gibt es viele preisgünstige Pensionen, die aber auch sehr einfach ausgestattet sind. Etwas luxuriöser fallen die Hotels rund um die Calle Alameda aus. Die Preise für ein Doppelzimmer (von 4 Sterne Hotel bis zur einfachen Pension) schwanken zwischen 50 € und 150 € pro Nacht. Und wer noch einen günstigen Flug sucht: Die Fluggesellschaft Spainair bietet günstige Residenten-Tarife an.
Das UmlandWenn Sie mit dem Auto unterwegs sind (Vorsicht, im Gegensatz zu Teneriffa gibt es hier sehr scharfe Verkehrskontrollen), wird Ihnen außerhalb der Stadt der Bauboom entlang der Küste auffallen. Gebaut wird hier mit erstaunlicher Hemmungslosigkeit. Erschreckend deutlich wird dies besonders im Gebiet südwestlich von Málaga. Trotz der vielen Betonwüsten an Andalusiens Küsten, hat die Provinz Málaga jedoch ein landschaftlich reizvolles Hinterland zu bieten.
Wer mehr als nur ein Wochenendtrip plant, sollte neben dem Bergdorf Ronda, den Kulturhighlights Córdoba und Granada unbedingt einen Besuch der Küstenstadt Nerja planen. Neben herrlichen Badebuchten, kann man hier ein unterirdisches Wunderland entdecken: Die Tropfsteinhöhlen von Nerja. Gegenwärtig ist der erschlossene Weg durch die Höhlen etwa zwei Kilometer lang, weitere vier Kilometer sollen in Zukunft dem Publikum noch zugänglich gemacht werden. Doch schon das, was bis jetzt erschlossen wurde, ist erstaunlich: Es scheint wie eine unterirdische Kathedrale, eine riesige Kleckerburg im abstakten Prunkstil. Jedes Jahr im Sommer werden in dieser bizarren Höhle Konzerte und Ballette aufgeführt.
Also, liebe Leser, es gibt viel zu entdecken an der Costa del Sol! Packen Sie es an!
Von unserer Moderatorin Nicole Reuter, die jetzt in Málaga lebt.








