Schule unterm Baum - Die MegaWelle unterstützt ein Hilfsprojekt im Senegal

Dezember 2006:
Noch sind uns die Bilder frisch im Gedächtnis, wie Tausende von Afrikanern in Booten die kanarischen Küsten erreichten, in der Hoffnung, hier eine bessere Lebensqualität zu finden als zu Hause. Eine Hoffnung, die trügerisch ist, denn bei überfüllten Arbeitsmärkten bleiben den Immigranten nur die schlechtbezahltesten Arbeiten - wenn überhaupt - oder das Abdriften in die Kriminalität. Die Devise muß daher heißen: Den Menschen dort helfen, wo sie leben - in ihrer Heimat!
Bildung ist der Schlüssel zur Entwicklung, und an Schulen mangelt es überall in Westafrika. Die MegaWelle hat sich daher entschlossen, zusammen mit Misereor ein Projekt im Senegal zu unterstützen, das Schulen dort hinbringt, wo es noch keine gibt: aufs Land. Da es an Räumen mangelt, wird oft auch im Freien unterrichtet. Daher heißt das Projekt „Schule unterm Baum“.
Anfang der 80er Jahre begannen der Orden der „Frères de Saint Gabriel“ ein ländliches Ausbildungs- und Alphabetisierungsprogramm in der Diözese Tambacounda. In kleinen „Busch-Schulen“ („écoles des brousse“) werden Jungen und Mädchen unterrichtet. Es handelt sich dabei um nicht-formelle Schulen, die in Eigenleistung von den Eltern erbaut und von den Eltern selbst geführt werden. Schüler haben dort die Möglichkeit die Klassen eins bis drei zu besuchen. Der Unterricht beinhaltet neben den üblichen Fächern auch viel landwirtschaftliche Praxis. Tambacounda liegt im Südosten des Senegal und grenzt an Mauretanien, Mali und Guinea. Es handelt sich um eine sehr vernachlässigte Region, deren südlicher Teil als Brennholzlieferant dient. Der intensive Jagdtourismus durch Europäer plündert die Fauna aus und schafft kaum Arbeit. Schlechte Infrastruktur, Armut und hohe Arbeitslosigkeit sind für junge Menschen Gründe, der Region den Rücken zu kehren und in die ca. 500 km entfernte Metropole Dakar abzuwandern. Insbesondere in den abgelegenen Dörfern an der Grenze zu Guinea ist der Analphabetismus groß und der Schulbesuch äußerst gering. Mädchen besuchen sehr viel seltener als Jungen die Schule. Grundbildung, vor allem für Mädchen, gilt als Schlüssel zu allen anderen Entwicklungsaktivitäten. Dies trifft besonders auf diese abgelegene Region zu. Die Zielgruppe des Projektes sind Mädchen und Jungen aus armen Bauernfamilien, die an der Grenze zu Guinea leben. Sie sollen eine Grundbildung erhalten und werden nach Möglichkeiten in das formelle Schulsystem integriert. Zu diesem Zweck werden Ausbilder angelernt sowie ein Dutzend Schulgärten und Baumschulen betreut. Insbesondere für Mädchen und Frauen erhofft man sich so eine Verbesserung ihrer Situation.

AktivitätenNötig sind die Bestandsaufnahme in den Dörfern, Finanzanalyse, Personal wurde ausgesucht, pädagogische Ausbildung erteilt, Untersuchung der bereits realisierten Maßnahmen und die Registrierung der Schüler. 18 Dörfer sind Teil des Programms. Ein Koordinator sowie ein Leiter wurden neben 30 Ausbildern eingestellt.
Entwicklungsziele Reduzierung des Anteils der Analphabeten in der Region sowie Ausbildung aller Anwärter des Alphabetisierungsprogramms. Des weiteren sollen die familiären Rahmenbedingungen verbessert werden, um so möglichst gute Bedingungen für eine weitere Alphabetisierung zu erreichen.
Bisherige ErfolgeBisher konnte bereits eine Reduzierung der Analphabetenrate erzielt werden. Den Alphabetisierungskurs nutzen bereits 500 Kinder in 18 Dörfern. Das Verhältnis zwischen Jungen und Mädchen ist ausgeglichen 1:1. Sie stellen insgesamt 30 Klassen. Mit der Schaffung von zwölf Baumschulen sowie weiteren Obstgärten wurde ein wichtiger Grundstein gelegt. Es konnten bereits 30 Anleiter durch Weiterbildungskurse ausgebildet werden. Seminare bereiten sie auf Unterrichtsinhalte vor und schulen sie. Die lokale Bevölkerung stimmt dem Programm voll zu. KostenMisereor veranschlagt die Hilfe auf 70.000 € für die nächsten 3 Jahre. Davon entfallen 50.000 € auf Personalkosten für 30 Ausbilder, einen Koordinator und einen Assistenten. Der Rest ist für pädagogisches Material (Bücher, Hefte, Schreibmaterialien), Ausstattung der Schulen und Kindergärten (Stühle, Tafeln, Erneuerung der Schulhütten etc.) und laufende Programmkosten (Fahrzeugunterhalt, Bürokosten). Wie bei Misereor üblich muß ein Eigenanteil von den Nutznießern aufgebracht werden. Dadurch bleibt das Projekt in den Händen der Menschen vor Ort und wird als eigenes Projekt begriffen.

Da die MegaWelle nicht vor Ort ein eigenes Projekt betreuen kann, haben wir uns entschieden, ein bereits bewährtes zu unterstützen. Damit die Spenden auch da ankommen, wofür sie gegeben wurden, vertrauen wir sie Misereor an. Diese Organisation hat nicht nur große Erfahrung, sondern auch sehr geringe Verwaltungskosten von unter 5%, was durch das DZI-Spendensiegel regelmäßig geprüft wird. Näheres dazu finden Sie auf: www.dzi.de und www.misereor.de. Weitere Auskünfte erhalten Interessierte bei Misereor in Deutschland unter Tel: (0049) (0)241- 44 21 25.Beratend steht der MegaWelle Dr. Peter Baz zur Seite, der jahrelang für die deutsche Entwicklungshilfe (GTZ) gearbeitet und die Verhältnisse in Afrika gut kennt. Der Präsident der Inselregierung Teneriffas, Ricardo Melchior, hat auf Anfrage sein Interesse bekundet, die Schirmherrrschaft für unser Projekt zu übernehmen. Mit einer offiziellen Entscheidung rechnen wir noch vor Jahresende.
Wir wissen nicht, wie hoch unser Anteil an dem Projekt sein wird, aber wir vertrauen auf die Hilfsbereitschaft aller unserer Leser, Hörer und Freunde. Wie viel oder wie wenig es auch sein mag - jeder Euro wird gebraucht und kommt auch im Senegal an. Über den Verlauf der Aktion „Schule unterm Baum“ werden wir Sie regelmäßig im Radio, im Journal und im Internet informieren. Wir danken für Ihre Mithilfe!

Caja Canarias: 2065-0157-23-300 0023403 Deutsche Bank: 0019-0128-92-4010014013IBAN: ES 81 0019 0128 4010014013
Stichwort „Senegal“

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