Das Megawelle Journal - Inselmagazin für Teneriffa, La Gomera, La Palma, Gran Canaria und El Hierro
Surferparadies Tarifa - 12 Kilometer Sandstrand und Wind im Überfluss
Oktober 2007: Am leichtesten erreicht man das Surfparadies mit einem Flug nach Málaga, von dort aus setzt man die Reise mit dem Mietwagen fort. Vorbei an Spaniens Nobelorten Torremolinos und Marbella passiert man die Paß-Kuppe „Puento del Cabrito“. Wie aus dem Nichts rüttelt plötzlich der Wind am Wagen, auf der Straße wirbelt der Staub auf, unten auf dem Meer kräuseln sich weiße Schaumkronen. An der kilometerlangen Küste sind die weißen Dächer einer Stadt zu erkennen: Tarifa.
Nirgendwo sonst liegen Europa und Afrika näher beieinander. An mehr als 300 Tagen im Jahr kachelt der Wind, sechs bis sieben Windstärken sind hier keine Seltenheit. Diesen außergewöhnlich starken Winden verdanken die Stadt und das Umland ihre Popularität bei Windsurfern und damit ihre Stellung als internationale Tourismus-Destination. Tarifa, das maurische Dorf ganz im Süden von Andalusien, ist seit langem das El Dorado für Surfer aus allen Teilen Europas.
Der beständige Wind lockt Wellenreiter, Wind- und Kitesurfer an die traumhaften und noch nicht überfüllten Strände ins klare Atlantikwasser.
Tarifa bietet eine Vielzahl von Windsurfspots, die je nach Windrichtung und Windstärke unterschiedlich gut funktionieren. Jeder Surfer, der schon über die Anfangsschwierigkeiten hinaus ist, kommt hier auf seine Kosten. Die bis zu zwei Meter hohen Wellen eignen sich hervorragend zum Springen. Der Playa de los Lances ist eine der großen Herausforderungen für Windsurfer: Hier hat schon der erfolgreichste Windsurfer aller Zeiten, Björn Dunkerbeck, seinen Rekord aufgestellt.
Der zwölf Kilometer lange und zehn Meter breite weiße Sandstrand bis nach Punta Paloma bietet jedoch für (fast) jeden etwas: Stundenlange Strandspaziergänge, zahlreiche „Chiringuitos“ (Strandbars) und obendrein Weltcupstimmung. Pferdefreunde treffen sich bei Ebbe an der Playa Valdevaqueros zum Galopp am Strand. Nur denjenigen, die sich gerne in der Sonne aalen, wird dieser Ferienort weniger Freude bereiten: Denn wenn bei heftigen Windböen die Sandkörnchen durch die Gegend fliegen, das der geplagte Strandgast Schutz hinter dem Badehandtuch suchen muss, dann drängt sich so manchem der Vergleich mit einem Sandstrahler auf.
Die europäische Surferhochburg stillt aber auch den allabendlichen Erlebnishunger. Tarifa ist zwar so klein, dass man von einem Ende zum anderen in nicht mehr als 15 Minuten laufen kann, dennoch findet man hier ein Nightlife-Angebot der besonderen Art. Die bezaubernde Altstadt bietet so einiges: Man trifft sich zum Frühstück im Szenecafé „Central“, schlendert anschließend durch die unzähligen Surfshops, und nach Sonnenuntergang kehrt man in die kultigen Cocktailbars ein, bevor man sich in der Diskothek „La Ruina“ die Seele aus dem Leib tanzt. Doch spätestens ab elf Uhr steht man nächsten Morgen wieder auf dem Brett.
Wer zwischendurch Verlangen nach „Mondanität“ verspürt, kann einen Tagesausflug nach Sevilla, Algeciras, Gibraltar oder ins benachbarte Marokko unternehmen. Möglichkeiten bieten Tarifa und Umgebung viele. Manche sieht man sofort, andere muss man entdecken. Da bleibt nur noch die Frage offen: Wann schlafen die Tarifa-Fun-Boys eigentlich? Wahrscheinlich erst auf der Heimfahrt, denn hier ist es eindeutig zu schön um zu träumen.
Insidertipps über Tarifa zum Thema Wohnen, Ausgehen, Mitfahrgelegenheiten und vieles mehr bietet folgende Internetadresse:
www.tarifa.de
Nicole Reuter












