Das Megawelle Journal - Inselmagazin für Teneriffa, La Gomera, La Palma, Gran Canaria und El Hierro

KLEINE INSEL GANZ GROß - Öko-Insel El Hierro

Januar 2008: Nicht nur wegen der grenzenlosen Pinienwälder, dem märchenhaften Lorbeerwald oder den saftig grünen Ananas-Plantagen des fruchtbaren El-Golfo-Tals im Nordwesten soll El Hierro bald als „grüne“ und nicht mehr als „vergessene“ Insel in die Urlaubsbroschüren eingehen. Bereits Ende 2009 wird die Kanaren-Insel die erste große bewohnte Insel der Welt sein, die ihren gesamten Energiebedarf aus erneuerbaren Quellen bezieht. Erneuerbare Energie ist solche aus nachhaltigen Quellen, die nach menschlichen Maßstäben unerschöpflich sind. Dazu gehören Sonnen-, Wind- und Wasserenergie, die zudem emissionsfrei sind.

Die „grünste Insel der Welt“
Die knapp 10.500 Inselbewohner leben hauptsächlich vom Fischfang oder bauen Ananas, Bananen, Wein, Kartoffeln, Getreide und Feigen an. Es gibt keine Industrie, der Tourismus steckt noch in den Kinderschuhen. Doch das ist so gewollt: Man wünscht hier keinen Pauschaltourismus, aber auch keinen Hippie- und Aussteigertourismus wie auf der Nachbarinsel La Gomera. Nur einer von 1.600 Kanarenbesuchern verirrt sich hierher. El Hierro hat keine Vergnügungsparks, keine Einkaufszentren, keine Golfplätze und nur einen einzigen Sandstrand, was letztlich der Grund ist, warum auch all das andere fehlt.

Durch das neue Projekt „100% Erneuerbare Energien” hat El Hierro nun weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Um das Eiland in kürzester Zeit in „die grünste Insel der Welt“ zu verwandeln, sei nicht viel nötig, erklärte Javier Morales, Vize-Bürgermeister der Inselhauptstadt Valverde, in einem Interview. „Der geplante Windkraftpark mit drei Windrädern und zwei neue Wasserkraftwerke werden völlig ausreichen, um die gesamte Insel mit Strom zu versorgen“, kommentierte Morales. Mit der Umsetzung des Projektes würde sich der Ausstoß von Kohlendioxid um 18.700 Tonnen pro Jahr verringern. Wenn auch die Rolle von CO2 für das Klima nicht so schädlich ist wie allgemein behauptet, so ist die Einsparung von Öl und Gas doch ein löbliches Ziel.

Bilderstrecke


Gerne führt der gelernte Agraringenieur Besucher zum Vulkankrater am Stadtrand von Valverde, an dem eines der Wasserkraftwerke entstehen soll. Um die Wassermassen in die Höhe von 700 Metern zu bringen, soll Anfang nächsten Jahres an der Küste mit dem Bau eines zweiten Wasserkraftwerks begonnen werden, das eine Aufnahmekapazität von rund 225 000 Kubikmetern besitzt. Riesige Pumpen, die zum Füllen der Wasserspeicher benötigt werden, sollen durch die von den drei geplanten Windrädern produzierte Energie betrieben werden. An windarmen Tagen wird der Strom dadurch erzeugt, dass das Wasser durch Turbinen wieder talwärts fließt – ein einfacher und effizienter Energiespeicher.

Kosten und Einsparung
Die relativ hohen Baukosten von 54,3 Millionen Euro für die neuen Anlagen werden mit 35 Millionen Euro größtenteils vom spanischen Industrieministerium übernommen. Auch die kanarische Regionalregierung steuerte 12 Millionen Euro bei, aus Brüssel flossen weitere Millionen. Das Ökoprojekt wird zukünftig nicht nur die Umwelt weniger belasten, sondern auch den Geldbeutel des Steuerzahlers. Schließlich kostet der Treibstoff zur Stromerzeugung die Bürger jedes Jahr über zwei Millionen Euro. Mit Inbetriebnahme des neuen Projektes können jährlich bis zu 6.000 Tonnen Diesel, die für den Betrieb des bestehenden Kraftwerks gebraucht werden, eingespart werden. Mit der neuen Wind- und Wasserkraft soll ebenfalls eine Anlage zur Entsalzung von Meerwasser betrieben werden. Das gewonnene Süßwasser ist vor allem für die Bewässerung der Felder und Obstplantagen vorgesehen, die bisher eine beträchtliche Menge Geld verschlingt.

Alternative zum Massentourismus
Vor allem aber passt das Energieprojekt zu dem seit Jahren im Aufbau befindlichen Image der Insel. Um sich zukünftig gegen die großen Inseln wie Teneriffa oder Gran Canaria zu behaupten, hat die Inselregierung ein kluges Konzept für „die verträgliche Entwicklung der Insel El Hierro entworfen“: Eine goldene Zukunft, diesmal ganz in Grün - Ökologische Landwirtschaft und sanfter umweltbewusster Tourismus. „Vor allem im Tourismusbereich haben wir aus den Fehlern der anderen Inseln gelernt“, sagt Javier Morales. Weil die Insel als touristischer Nachzügler aus dem Dornröschenschlaf erst noch aufwachen muss, will man auf ökologischen Qualitätstourismus setzen. So hat die Inselregierung in ihrem achtjährigen Tourismusplan schon festgelegt, dass nur in einigen wenigen Küstengebieten neue Hotels gebaut werden dürfen. Insgesamt soll es nicht mehr als 2.000 neue Betten geben. Und die Hotels müssen vier oder fünf Sterne haben. NR

ZURÜCK ZUR ÜBERSICHT

Teneriffa Blog
NEUES AUS DEM Teneriffa Blog:
Teneriffa Webcams Teneriffa

Besuchen Sie unsere Teneriffa Webcams!

Kostenloser Spanischkurs

¿Hablas Español? Zum kostenlosen Spanischkurs!

Musikwunsch

Haben Sie einen Musikwunsch?

MW Journal

Aktion

Schule unterm Baum

Livestream

Radio

Radio Megawelle weltweit live hören.

Branchen

Teneriffa Branchenführer

Anzeige

Sonnige-Kanaren
- Ferienwohnungen und Ferienhäuserauf den Kanaren

Suche

Page created in 0,64941811561584 seconds.