MegaWelle Canarias unterstützt das Projekt “Schule unterm Baum”. Helfen Sie mit!
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Der Schirmherr

Ricardo MelchiorWir freuen uns sehr darüber, dass Herr Ricardo Melchior Navarro, Präsident der Inselregierung von Teneriffa, die Schirmherrschaft für das Senegal-Projekt übernommen hat. Lesen Sie hier ein Interview, dass wir zum Jahreswechsel 2006/2007 mit Herrn Melchior zur Flüchtlingsproblematik und zum Projekt Schule unterm Baum geführt haben:

MW: Herr Präsident, Sie unterstützen uns als Schirmherr beim Projekt „Schule unterm Baum“.

RM: Ja, das ist wirklich ein sehr schönes Projekt! Ich hatte die Möglichkeit im Senegal zu sehen, was das Projekt „Schule unterm Baum“ alles vorhat, und ich kann nur sagen, das ist wirklich eine sehr schöne und nötige Arbeit. Die Not in diesen Ländern ist groß, und wir müssen alle mithelfen.

MW: Sie waren vor wenigen Tagen im Senegal, wie ist die Situation vor Ort?

RM: Ich hatte die Möglichkeit, mit drei Ministern zu sprechen. Ich war eigentlich da, um die Kooperationsmöglichkeiten von unserem Land her, von den Kanarischen Inseln, von Teneriffa auszuloten, und auch, was wir einsetzen können, damit wir die Sensibilität haben, die nötig sein muß, damit wir alle die Menschen in dieser Welt ein bißchen glücklicher machen in ihnen ein bißchen mehr Hoffnung geben können. Denn es ist hart, wenn man sieht, wie viele kleine Kinder in den Straßen sind, mit einer Blechdose, und das ist alles, was sie haben, und sie schlafen auf der Straße und viele sterben an irgendwelchen Krankheiten. Wenn wir viele Menschen sehen, die Kinderlähmung hatten und sich jetzt nicht bewegen können. Wenn wir sehen, daß viele Menschen wirklich keine Hoffnung haben. Das ist wirklich hart. Darum ist es sehr schwer, die Flucht in den Cayucos zu verhindern.

MW: Sie sprechen etwas Wichtiges an. Haben Sie das Gefühl, die Flüchtlingsströme sind von oberen Instanzen gesteuert, vielleicht sogar politisch? Oder liegt es einfach an der Jahreszeit, am rauhen Atlantik, daß der Flüchtlingsstrom zurückgegangen ist?

RM: Ich glaube, es liegt an der Jahreszeit, ganz klar. Es gibt ein Programm der senegalesischen Regierung, das heißt „Rückkehr zur Landwirtschaft“. Sie haben die Hoffnung, damit 300.000 Arbeitsplätze zu schaffen, aber ich glaube, das ist schwer. Wir müssen helfen. Wenn sie statt 300.000 nur 50.000 schaffen, dann ist das schon ein großer Erfolg. Aber was sie benötigen, ist die Hoffnung.

MW: Sie sprechen die Not an. Haben Sie das Gefühl die europäische Union arbeitet jetzt in der Flüchtlingsfrage besser zusammen - am Wochenende ist an der Küste Italiens wieder ein libysches Flüchtlingsschiff mit mehr als 500 Immigranten an Bord angekommen! Klappt das jetzt besser in der EU?

RM: Es ist vielleicht ein bißchen besser, man ist vielleicht eine Stufe weiter gekommen. Aber bis zur Überzeugung, daß wir alle auf dieser Erde leben, daß wir alle Menschen sind, daß wir mehr Hilfe geben müssen, und daß die Hilfe effektiv ist, ist es, glaube ich noch weit in den reichen Ländern.

MW: Welche Rolle spielt die Frontexmission in ihren Augen - Kritiker sagen dem Projekt nach, es sei eher wie eine Übung ausgerichtet, als daß die Frontexeinheiten wirklich effektiv an den afrikanischen Küsten wirken könnten.

RM: Ich glaube, die „Frontex“ ist etwas verschleierndes. Man sagt, da ist die „Frontex“, das ist eine Agentur, die gibt die Möglichkeit, einige Kontrolle zu haben, aber ihre Effektivität ist relativ gering.

MW: Wir danken ihnen für ihre Unterstützung beim Projekt „Schule unterm Baum“. Vielleicht können Sie den einen oder anderen Kollegen oder Freund bewegen, in dieses Projekt mit einzusteigen?

RM: Das möchte ich gerne. Ich glaube, Sie geben ein Beispiel, von dem wir wünschen, daß es noch viele mehr machen mögen. Wir müssen helfen; es ist absolut notwendig, daß wir den ärmsten Ländern der Welt helfen. Das Projekt „Schule unterm Baum“ ist, glaube ich, ein sehr gutes Beispiel, und ich wünsche, daß alle, die die Möglichkeit haben, auf diesen Zug aufzusteigen. Wenn man die Augen von diesen Menschen sieht, die Notwendigkeit nach den einfachsten Dingen, die Krankheiten der Kinder, dann ist es unheimlich wichtig, daß man ihnen Hoffnung gibt.

Das Interview führte Fabian von Dawans (Januar 2007)